Bertolt Brecht zum 63. Todestag: „Der Mantel des Ketzers“ Mittwoch, 14. August 19 Uhr

Am 14. August 1956 starb Bertolt Brecht im damaligen Ost-Berlin.

Dabei war dieser Tag ganz anders geplant, als er dann am späten Abend zu Ende ging. Denn eigentlich sollte er der letzten Vorbereitung einer Reise des schwer Herzkranken nach München dienen, die für den 15.08. geplant war, um sich dort in Behandlung des berühmten Herzspezialisten Johann Ludwig Schmitt zu begeben, nachdem ihm die bekanntesten Ostberliner Ärzte nicht hatten helfen können. Helene Weigel hatte sogar zugestimmt, dass ihn nicht nur sein Sohn Stefan, sondern auch seine letzte Geliebte, Isot Kilian, begleiten sollten. Aber im Verlauf des Tages verschlechterte sich Brechts Zustand derart, dass die ans Krankenbett gerufenen Spezialisten ihm nicht mehr helfen konnten und um 23:30 Uhr nur noch seinen Tod feststellen konnten. Nach seiner Tochter Barbara Brecht-Schall, die in dem kleinen Sterbezimmer in der Chausseestraße bis zuletzt ausgeharrt hatte, waren seine letzten Worte: „Lasst mich doch in Ruhe.“

Zwar endete Bertolt Brechts Leben an diesem 14. August 1956 mit nur 58 Jahren und damit viel zu früh, aber der Autor Brecht, der Essayist, Erzähler, Lyriker und Stückeschreiber, ist bis heute unvergessen. Nicht zuletzt ist er der meistgespielte deutschsprachige Dramatiker auf deutschen Bühnen. Deshalb lohnt es, aus Anlass seines Todestages an ihn zu erinnern.

Am Mittwoch, dem 14.08.2019, jährt sich zum 63. Mal der Sterbetag von Bertolt Brecht.

Hans-Wolfgang Lesch, seit Jahrzehnten mit der Brecht-Familie bekannt und seit seiner Zeit an der Leuphana-Universität immer wieder mit Brecht-Veranstaltungen hervorgetreten, wird deshalb am Mittwoch, dem 14.08., um 19:00 Uhr im Kulturbahnhof Hitzacker an Bertolt Brecht erinnern.

Das soll mit der wenig bekannten Erzählung aus dem Jahr 1939, „Der Mantel des Ketzers“, geschehen, die damals im dänischen Exil in Svendborg im Zusammenhang mit „Das Leben des Galilei“ entstanden ist. Im Mittelpunkt stehen der 1600 als Ketzer öffentlich verbrannte Giordano Bruno, im „Galilei“ diesem als mahnendes Beispiel vor Augen geführt, und ein von ihm nicht bezahlter, wertvoller Mantel. Wie sich der in Händen der Inquisition befindende Gelehrte unablässig bemüht, seine Schulden zu bezahlen, macht ihn in den Augen des Erzählers zu einem „großen Mann“.

Zunächst wird Hans-Wolfgang Lesch in den historischen Hintergrund um 1600 einführen und danach die Erzählung lesen. Sie lieferte die Grundlage für eine szenische Umgestaltung mit Mitgliedern des Berliner Ensembles aus dem Jahr 1989 mit dem Brecht-Schwiegersohn Ekkehard Schall und der Brecht-Tochter Hanne Hiob in den Hauptrollen. Eine Aufzeichnung dieser Dramatisierung von „Der Mantel des Ketzers“ steht im Mittelpunkt des gewiss sehr spannenden abends.

 

Eintritt: 6,00 €